Unterschieden werden ein seltenerer Diabetes mellitus Typ I / 1, ein häufigerer Diabetes mellitus Typ II / 2 und Diabetes mellitus Typ III / 3.
Durch ein Zusammenspiel von genetischen Faktoren, Umwelteinflüssen und einer Überreaktion des Immunsystems gegen eigene Zellen des Inselorgans (s. oben) werden im Laufe der Erkrankung sämtliche Insulin bildenden Zellen zerstört. Bemerkbar wird der Diabetes Typ I durch die Folgen des vermehrten Zuckergehalts in Blut und Urin. Betroffene trinken viel zur Verdünnung (Polydipsie) und scheiden vermehrt den zuckerreichen Urin aus (Polyurie und Glucosurie). Allgemeine Schwäche und Antriebsverlust resultieren aus der Minderversorgung der Körperzellen mit Zucker. Es kommt zur Veränderung des Stoffwechsels, der sich versucht, der Minderversorgung anzupassen (kataboler Stoffwechsel). Trotzdem verlieren Betroffene an Gewicht und neigen zu Unterzuckerung mit der Gefahr des lebensbedrohlichen diabetischen Komas. Deshalb muss im Rahmen der Behandlung des Diabetes mellitus Typ I das fehlende Insulin durch nicht-körpereigenes ersetzt werden. Früher wurde Schweine-Insulin verwendet; heute kann man Humaninsulin gentechnisch gewinnen.
Beim Diabetes mellitus Typ II sind noch Insulin produzierende B-Zellen vorhanden. Das gebildete Hormon ist aber nicht wirksam genug (= periphere Insulinresistenz). Die Ursache dafür ist nicht geklärt. Zudem wird das Hormon nicht mehr in ausreichender Menge gebildet, um den erhöhten Bedarf zu decken. Erschwerend wirkt auch die Bildung eines abnormen Eiweißmoleküls namens Amylin, das sich um die hormonproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse ablagert (als sog. Amyloid). Das Problem dabei ist die Abschwächung der Wirkung des Insulins durch Amylin. Mit zunehmendem Alter steigt die Amylinbildung an.
Der Diabetes mellitus Typ III geht mit einem absoluten Insulinmangel einher und entsteht bei Zerstörung des Gewebes der Bauchspeicheldrüse durch andere Erkrankungen. Dies können Tumore, Infektionen, Entzündungen, seltene genetische Defekte oder Erkrankungen sein. Diese Patienten müssen ebenfalls Insulin spritzen.
Spätkomplikationen des Diabetes mellitus sind vorallem durch Ablagerungen an den Gefäßwänden (Atherosklerose) bedingt: Es kommt zu Durchblutungsstörungen der Extremitäten (in schweren Fällen muss das betroffene Bein amputiert werden), zu Taubheitsgefühlen und Kribbeln (Sensibiliätsstörungen = Polyneuropathie) und in schweren Fällen zur Erblindung (Retinopathia diabetica).






