LeBaDü

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Start » Erkrankungen » Diabetische Neuropathie

Diabetische Neuropathie als Folge von Diabetes mellitus

E-Mail Drucken PDF
Erkrankungen des Nervensystems im Rahmen eines Diabetes mellitus sind sehr häufig, sowohl bei Diabetes Typ 2 als auch bei Typ 1. Dabei hängt das Erkrankungsrisiko von der Dauer des Diabetes und der Stoffwechsellage ab. Nach 10-jähriger Krankheitsdauer ist die Hälfte aller Diabetiker betroffen. Warum genau es zu Schädigungen der Nerven kommt, ist noch unklar.

Nervenschädigungen durch Diabetes mellitus bezeichnet man als diabetische Neuropathie. Sie kann das somatische und/oder autonome Nervensystem betreffen. Folgende Störungen können resultieren:
Sensomotorische Störungen (periphere sensomotorische Polyneuropathie)
Sie sind die häufigsten diabetischen Nervenstörungen (80%) und machen sich vor allem an den Füßen und Unterschenkeln- meist beidseitig- durch folgende Symptome bemerkbar:

* vermindertes Vibrations- und Berührungsempfinden
* vermindertes Schmerz- und Temperaturempfinden
* Missempfindungen wie Kribbeln oder Ameisenlaufen
* Schmerzen oder Brennen (burning feet syndrom)
* verminderte Reflexe, z.B. Achillessehnenreflex
* schlaffe Muskellähmungen.

Diese Form der Nervenstörung spielt auch für die Enstehung des diabetischen Fußsyndroms eine wichtige Rolle.
Autonome diabetische Neuropathie
Sie betrifft das vegetative Nervensystem und äußert sich durch Störungen an verschiedenen Organen, unter anderem durch:

* stumme (schmerzlose) Herzinfarkte
* gestörte Regulation der Herzfrequenz und Herzrhythmusstörungen
* gestörte Regulation des Blutdrucks und der Durchblutung
* gestörte Schweißsekretion
* Bewegungs- und Funktionsstörungen von Magen, Darm und Speiseröhre
* beeinträchtigte Blasenentleerung, Inkontinenz
* sexuelle Störungen, z.B. Impotenz
* gestörte Pupillenreflexe, Augenmuskellähmungen
* Störungen in der Blutzuckerregulation
* Lähmungen von Gesichtsmuskeln.

Therapie der diabetischen Neuropathie

Wichtigste Therapie ist stets eine optimale Diabeteseinstellung, das heißt eine gute Blutzuckereinstellung und das Erfassen und Ausschalten weiterer Diabetes-Risikofaktoren. Daneben werden verschiedene Medikamente eingesetzt, um die auftretenden Beschwerden zu behandeln, wie z.B. Schmerzmittel, Antiarrhythmika, potenzsteigernde Mittel oder auch Antidepressiva (z.B. Amitryptilin oder Duloxetin) und Antiepileptika (z.B. Carbamazepin). Der Behandlungserfolg ist jedoch in vielen Fällen nicht besonders überzeugend. Zudem haben diese Medikamente erhebliche Nebenwirkungen und dürfen längst nicht in jedem Fall angewendet werden. Auch physikalische Maßnahmen wie Kälte- und Wärmeanwendungen kommen zum Einsatz.
Im Frühstadium kann Thioctsäure helfen
Unter den medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten gibt es bislang nur eine, die die Ursachen und somit den Verlauf der Neuropathie günstig beeinflussen kann: die Thioctsäure (Alpha-Liponsäure). Es handelt sich um einen Stoffwechselfaktor, der aus Hefe und Leber isoliert wird und die Energieversorgung der Nervenzellen verbessert. Der Behandlungserfolg ist sehr vom Zeitpunkt des Therapiebeginns abhängig, da die Wirksamkeit mit zunehmender Dauer der Erkrankung deutlich nachlässt. Nur im frühen Stadium besteht Aussicht auf Erfolg. Gewöhnlich umfasst diese Therapie eine dreiwöchige Infusionstherapie (600mg pro Tag). Stellt sich ein nachweisbarer Behandlungserfolg ein, das heißt, eine spürbare Besserung der Leitbeschwerden, kann der Arzt im Anschluss Thioctsäure in Tablettenform weiterverordnen. Diese Behandlung ist allerdings nicht erstattungsfähig, der Diabetiker muss sie selbst bezahlen.

Um einer diabetischen Nephropathie vorzubeugen ist es wichtig, alle Untersuchungstermine wahrzunehmen, die Sie mit Ihrem Arzt im Gesundheits-Pass Diabetes festgehalten haben!
 

nach Oben